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deuter Aircontact Ultra 50+5 oder Aircontact Lite 50+10: welcher leichte Trekkingrucksack?

Zwei Trekkingrucksäcke desselben Herstellers, beide mit 50 Litern Grundvolumen, beide für dieselbe empfohlene Zuladung ausgelegt. Der eine wiegt 1270 Gramm, der andere 1640. Die Frage ist, was die 370 Gramm Unterschied kosten und was sie einbringen.

Die Antwort steht nicht beim Gewicht, sondern in der Ausstattungsliste. Wer den Überblick über die ganze Klasse sucht, findet ihn bei den ultraleichten Trekkingrucksäcken.

Die Kurzantwort
Der Ultra spart Gewicht am Rucksack selbst, der Lite gibt dafür fünf Liter mehr und die Fächer, die man auf langen Touren sucht.
  • Aircontact Ultra 50+5, wenn jedes Gramm zählt1270 g, Rolltop, 175D Ripstop Ultra HD
  • Aircontact Lite 50+10, wenn viel mitmuss1640 g, 60 Liter, Nassfach, Eispickel- und Helmhalterung
  • BeideRückenlänge 42 bis 62 cm, empfohlene Zuladung 12 bis 15 kg, Trinksystem bis 3 Liter

Die zwei Kandidaten

deuter Aircontact Ultra 50+5

1270 g, 55 Liter, Rolltop

Der Leichte
deuter Aircontact Ultra 50+5 ultraleichter Trekkingrucksack175D Polyamid-Ripstop, abnehmbarer Deckel, Aircontact-Rücken mit Air Spacer Mesh und gerundetem Stahlrahmen.

deuter Aircontact Lite 50+10

1640 g, 60 Liter, Deckelrucksack

Der Vollausgestattete
deuter Aircontact Lite 50 + 10 leichter TrekkingrucksackX-Rahmen, VariQuick-Verstellung, Nassfach, Eispickel- und Helmhalterung, elastische Fronttasche.

Die Daten nebeneinander

MerkmalAircontact Ultra 50+5Aircontact Lite 50+10
Gewicht1270 g1640 g
Volumen50 plus 5 Liter50 plus 10 Liter
Maße76 x 28 x 25 cm76 x 30 x 27 cm
Hauptmaterial175D PA Ripstop Ultra HD140D PA Ripstop HT FD
Bodenmaterialkeine Angabe600D PES recycelt
Rückenlänge42 bis 62 cm42 bis 62 cm
VerstellungClip and LoopVariQuick
Rahmengerundeter StahlrahmenX-Rahmen
RückensystemAircontact mit Air Spacer MeshAircontact mit Belüftungskanal
Empfohlene Zuladung12 bis 15 kg12 bis 15 kg
VerschlussRolltopDeckelöffnung mit Erweiterungsboden
Deckelabnehmbarabnehmbar
FronttascheNetzelastisch
Nassfachkeine Angabevorhanden
Wertsachenfachkeine Angabevorhanden
Stockhalterungkeine Angabevorhanden
Eispickel und Helmkeine Angabebeide Halterungen
Trinksystembis 3,0 Literbis 3,0 Liter
Notfallpfeifevorhandenkeine Angabe
Artikelnummer33803243340323

Alle Werte nach den Datenblättern von deuter zum Aircontact Ultra 50+5 und zum Aircontact Lite 50+10. Beide Datenblätter sind unterschiedlich ausführlich. Wo ein Wert fehlt, steht keine Angabe, und das zählt nicht als Nachteil: dass der Ultra keine Stockhalterung im Datenblatt führt, heißt nicht zwingend, dass Stöcke nicht befestigt werden können.

Was aus den Zahlen folgt

Was ein Liter Volumen an Gewicht kostet

Gramm je Liter

Der Ultra bringt 1270 Gramm für 55 Liter mit, das sind 23,1 Gramm je Liter. Der Lite kommt auf 1640 Gramm für 60 Liter, also 27,3 Gramm je Liter.

Anders gerechnet: Der Lite bietet fünf Liter mehr und kostet dafür 370 Gramm. Jeder zusätzliche Liter wiegt somit 74 Gramm, mehr als das Dreifache des Durchschnitts.

Diese 74 Gramm je Liter sind nicht der Preis für das Volumen, sondern für die Ausstattung: Nassfach, Wertsachenfach, elastische Fronttasche, zwei zusätzliche Halterungen und ein schwererer Bodenstoff aus 600D-Polyester.

Wer diese Teile braucht, zahlt für sie nicht zu viel. Wer sie nicht braucht, trägt sie umsonst.

Warum die 370 Gramm weniger wiegen als sie klingen

Anteil am Systemgewicht

Beide Rucksäcke sind für 12 bis 15 Kilogramm Zuladung ausgelegt. Bei voller Beladung trägt man also 16,3 Kilogramm mit dem Ultra und 16,6 mit dem Lite.

Die 370 Gramm sind damit 2,2 Prozent des Gesamtgewichts. Auf einer Tour, bei der zwei Liter Wasser allein zwei Kilogramm ausmachen, verschwindet dieser Unterschied hinter der Frage, wie viel Wasser man an der letzten Quelle nachgefüllt hat.

Deutlich wird der Unterschied erst bei leichter Beladung. Wer mit acht Kilogramm unterwegs ist, trägt mit dem Ultra 9,3 statt 9,6 Kilogramm, und das sind vier Prozent.

Kurz: Je leichter der Rest der Ausrüstung, desto mehr fällt der Rucksack selbst ins Gewicht. Bei schwerem Gepäck zählt stattdessen, wie gut das Tragesystem die Last auf die Hüfte bringt.

Ob 55 Liter für eine Woche reichen

Packdichte gegen Zuladung

Trekkingausrüstung hat eine typische Packdichte von etwa 200 Gramm je Liter. Ein Schlafsack, ein Zelt und Kleidung sind voluminös und leicht, Essen und Wasser sind das Gegenteil.

55 Liter bei 200 Gramm je Liter ergeben 11 Kilogramm, 60 Liter ergeben 12. Beide bleiben damit unter der empfohlenen Zuladung von 15 Kilogramm.

Das heißt: Bei beiden Rucksäcken ist das Volumen die Grenze, nicht das Traggestell. Wer über 15 Kilogramm kommt, hat entweder Wasser für zwei Tage dabei oder packt zu dicht.

Für eine Wochentour im Sommer mit einem leichten Zelt und einem Daunenschlafsack reichen 55 Liter. Bei Winterausrüstung, wo allein der Schlafsack doppelt so viel Platz braucht, sind die zusätzlichen fünf Liter des Lite kein Luxus.

Wenn viel mitmuss
deuter Aircontact Lite 50 + 10 leichter Trekkingrucksack60 Liter Gesamtvolumen, VariQuick-Rückenverstellung von 42 bis 62 Zentimetern, Nassfach und Wertsachenfach, Halterungen für Eispickel und Helm, Boden aus recyceltem 600D-Polyester.

Wofür welches Modell reicht

Nach Tourart entschieden
Weitwanderweg im Sommer
1270 Gramm und ein Rolltop, das sich an die tatsächliche Packhöhe anpasst statt an die Deckelgröße.
Hüttentour mit Steigeisen und Helm
Als Einziger der beiden mit Eispickel- und Helmhalterung im Datenblatt.
Wechselhaftes Wetter, nasse Kleidung
Das Nassfach trennt die durchweichte Regenjacke vom trockenen Schlafsack.
Ultraleicht gepackt, wenig Volumen
Bei acht Kilogramm Gesamtlast machen die 370 Gramm rund vier Prozent aus.
Wintertour mit dickem Schlafsack
Fünf Liter mehr und ein Erweiterungsboden für alles, was im Winter das Doppelte an Platz braucht.
Rucksack wird selten getragen, aber hart
600D-Polyester am Boden ist der Stoff, der Steinkontakt und Gepäckbänder übersteht.

Was am Rucksack außen hängt, entscheidet über den Komfort ebenso wie das Volumen. Für die Stöcke lohnt der Blick auf die faltbaren Wanderstöcke, weil sich die kurzen Faltmodelle vollständig verstauen lassen statt seitlich mitzuschwingen.

Wo jeder von beiden gewinnt

Für den Ultra spricht

  • 1270 statt 1640 Gramm
  • Zwei Zentimeter schmaler und zwei flacher
  • 175D Ripstop Ultra HD statt 140D am Hauptstoff
  • Rolltop statt fester Deckelhöhe
  • Notfallpfeife im Brustgurt

Für den Lite spricht

  • 60 statt 55 Liter Gesamtvolumen
  • Nassfach und Wertsachenfach
  • Halterungen für Eispickel und Helm
  • Boden aus recyceltem 600D-Polyester
  • VariQuick-Verstellung statt Clip and Loop

Ein ehrlicher Satz zum Material: 175D klingt gegenüber 140D nach mehr Stoff, aber die beiden Gewebe tragen unterschiedliche Zusätze im Namen, Ultra HD beim einen, HT FD beim anderen. Aus der Denier-Zahl allein lässt sich nicht ableiten, welcher Stoff länger hält. Verlässlich ist nur, dass der Lite am Boden zusätzlich 600D-Polyester trägt, und der Boden ist die Stelle, an der ein Rucksack zuerst durchscheuert.

Wenn keiner von beiden passt

Drei Wege daneben
Der Klassiker
deuter Aircontact Core 50+10 Trekking Rucksack
Wenn das Tragesystem am wichtigsten istdeuter Aircontact Core 50+10 Trekking RucksackDie schwerere Kernbaureihe von deuter mit demselben Volumen, ausgelegt auf höhere Lasten und lange Tragezeiten.
Osprey Kestrel Herren-Trekkingrucksack, 48L Small/Medium, Black
Wenn eine Regenhülle dabei sein sollOsprey Kestrel Herren-Trekkingrucksack 48L48 Liter mit integrierter Regenhülle, Stockbefestigung und verstellbarer AirScape-Rückenplatte.
Osprey Kyte Damen-Trekkingrucksack, 48L Medium/Large, Rocky Brook Green
Wenn der Schnitt für Frauen passen sollOsprey Kyte Damen-Trekkingrucksack 48LDieselbe Baureihe mit schmalerem Schulterabstand und anders geformten Hüftflossen.

Häufige Fragen zu den beiden Rucksäcken

Was bedeutet die Zweitzahl bei 50+10?

Die erste Zahl ist das Volumen im normalen Zustand, die zweite das, was durch Erweiterung dazukommt. Beim Lite ist es ein ausziehbarer Boden und ein hochstellbarer Deckel, beim Ultra ein Rolltop, das weiter aufgerollt bleibt. Das Zusatzvolumen ist für den Rückweg gedacht, wenn Ausrüstung nicht mehr so ordentlich gepackt wird wie zu Hause.

Was heißt empfohlene Zuladung von 12 bis 15 Kilogramm?

Es ist die Last, bei der das Tragesystem seine Arbeit tut, also das Gewicht über die Hüftflossen auf das Becken bringt statt auf die Schultern. Darüber verbiegt sich der Rahmen, die Last wandert nach oben und der Rucksack drückt. Beide Modelle nennen denselben Bereich, der Unterschied liegt also nicht in der Traglast, sondern im Volumen.

Wie wird die Rückenlänge richtig eingestellt?

Gemessen wird vom siebten Halswirbel, dem hervorstehenden Knochen im Nacken, bis zur Höhe des Beckenkamms. Dieser Wert wird am Rucksack eingestellt, beim Lite über VariQuick, beim Ultra über Clip and Loop. Sitzt der Hüftgurt dann mittig auf dem Beckenkamm und die Schultergurte liegen ohne Lücke an, stimmt die Einstellung.

Ist eine Regenhülle nötig?

Ja, bei beiden. Weder Ripstop-Polyamid noch Polyester sind wasserdicht, die Beschichtung hält nur den ersten Regen ab, und Nähte und Reißverschlüsse lassen ohnehin Wasser durch. Beide deuter-Modelle führen keine mitgelieferte Hülle im Datenblatt. Eine passende Hülle nach Volumen ist deshalb Pflichtzubehör, alternativ Packsäcke im Inneren.

Wie wird ein Trekkingrucksack gepackt?

Schweres nach unten und dicht an den Rücken, damit der Schwerpunkt tief und körpernah liegt. Der Schlafsack kommt ganz nach unten, das Zelt gegen den Rücken, Kleidung als Puffer nach außen. Was unterwegs gebraucht wird, also Regenjacke, Karte und Verpflegung, gehört in den Deckel oder die Fronttasche. Alles, was baumelt, wird festgezurrt, weil es sonst bei jedem Schritt am Gleichgewicht zieht.

Die Entscheidung in einem Satz

Fazit
8/10Der für die leichte Packliste

deuter Aircontact Ultra 50+5 ultraleichter Trekkingrucksack

Wer ohnehin leicht packt, nimmt den Ultra, weil dessen 370 Gramm Vorsprung bei geringer Gesamtlast den größten Anteil ausmachen und das Rolltop sich an jede Packhöhe anpasst. Wer dagegen im Winter, im Gebirge oder bei Dauerregen unterwegs ist, greift zum Lite: Nassfach, Eispickel- und Helmhalterung, ein 600D-Boden und fünf Liter mehr sind genau die Dinge, die auf solchen Touren gebraucht werden und die sich nicht nachrüsten lassen.
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