Therm-a-Rest NeoAir XLite NXT im Test: R-Wert 4,5 bei 370 Gramm

Die Therm-a-Rest NeoAir XLite NXT ist die Isomatte, an der sich alle anderen messen lassen. 13 Unzen, also gut 370 Gramm in der Größe Regular, bei einem R-Wert von 4,5 und drei Zoll Dicke.
Diese Kombination ist der Grund für den Preis: Kein anderes Bauprinzip bringt so viel Isolation bei so wenig Gewicht. Wir haben uns angesehen, was die Zahlen bedeuten und was man dafür in Kauf nimmt.
Die Daten im Überblick
| Modell | Therm-a-Rest NeoAir XLite NXT, SKU 14010 (Regular) |
|---|---|
| Gewicht (Regular) | rund 370 g |
| Dicke | rund 7,6 cm |
| R-Wert | 4,5 |
| Material | 30D Ripstop |
Werte nach den Angaben von Therm-a-Rest.
Der R-Wert ist die einzige Zahl, die zählt
Nicht die Dicke entscheidet darüber, ob man nachts friert, sondern der R-Wert. Er misst, wie gut die Matte den Wärmefluss nach unten bremst. Der Boden zieht Wärme sehr viel schneller ab als kalte Luft, und deshalb friert man auf einer dicken, aber schlecht isolierten Luftmatratze schneller als auf einer dünnen Schaumstoffmatte.
4,5 deckt drei Jahreszeiten sicher ab und reicht bei trockenem Frost auch in den Winter hinein. Wie sich die Bauarten insgesamt unterscheiden, steht im Überblick der Campingmatratzen.
Drei Zoll Dicke sind bei Seitenschläfern der Unterschied
Rund 7,6 Zentimeter klingen nach wenig, sind aber genau die Höhe, bei der die Hüfte eines Seitenschläfers den Boden nicht mehr berührt. Auf einer zwei Zentimeter dicken Schaumstoffmatte drückt der Beckenknochen durch, egal wie gut sie isoliert. Wer auf der Seite schläft, merkt diesen Unterschied stärker als jeden anderen.
30D heißt: Untergrund vorher abräumen
Das Material ist auf Gewicht gerechnet. Ein Kiefernzapfen oder eine Distel unter der Matte reicht für ein Loch, und ein Loch nachts im Zelt bedeutet, dass man auf dem Boden aufwacht. Das Reparaturset gehört in den Rucksack, und der Zeltplatz gehört vorher mit der Hand abgetastet.
Wo sie an Grenzen kommt
Dafür
- R-Wert 4,5 bei rund 370 Gramm
- Drei Zoll Dicke, auch für Seitenschläfer
- Packmaß etwa in Flaschengröße
- Deutlich leiser als die Vorgängergeneration
- Aufblasbeutel liegt bei, kein Aufpusten mit dem Mund
Dagegen
- Sehr teuer
- 30D-Material ist empfindlich
- Ein Defekt bedeutet eine Nacht auf dem Boden
- Schmaler Zuschnitt, Arme rutschen herunter
- Raschelt trotz Verbesserung hörbar
Der schmale Zuschnitt ist der Punkt, den man vor dem Kauf bedenken sollte. Die Regular-Variante ist auf Gewicht optimiert und entsprechend knapp geschnitten. Wer sich viel dreht, ist mit der breiten Variante glücklicher, auch wenn sie mehr wiegt.
Passt sie zu deiner Tour?
Ja, wenn
- die Matte getragen wird
- auch im Frühjahr und Herbst gezeltet wird
- du auf der Seite schläfst
- Packmaß im Rucksack knapp ist
Nein, wenn
- das Auto danebensteht
- der Untergrund rau und steinig ist
- Geräusche beim Drehen stören
- das Budget begrenzt ist
Beim Autocamping ist das die falsche Matte. Dort zählt Liegekomfort und nicht Packmaß, und für den Preis der XLite bekommt man eine selbstaufblasende Matte mit zehn Zentimetern Schaumstoff, die nur eben nicht in einen Rucksack passt.
Drei Alternativen, die sich lohnen zu vergleichen
Wenn es breiter sein soll: NeoAir XLite NXT in RW
Dieselbe Matte in 64 Zentimetern Breite statt 51. Die 13 Zentimeter mehr klingen nach wenig, entscheiden aber darüber, ob der Arm nachts auf der Matte bleibt.
Wenn mehr Komfort gefragt ist: NeoAir XLite NXT MAX RW
Die MAX-Variante ist breiter und rechteckig geschnitten statt zum Fußende hin verjüngt. Für alle, die sich viel drehen, ist das die entspanntere Nacht.
Wenn das Auto danebensteht: Exped MegaMat Duo Medium
Die MegaMat Duo ist eine selbstaufblasende Doppelmatte mit gut zehn Zentimetern Schaumstoff und einem R-Wert von 8,1. Sie wiegt 3,3 Kilogramm, liegt sich aber wie ein Bett.
