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Bresser Wave 12×50 im Test: Monokular mit Fernglas-Optik

Das Bresser Wave 12×50 ist ein Monokular mit ungewöhnlicher Kombination: zwölffache Vergrößerung bei 50 Millimetern Objektivdurchmesser. Das ist eine Optik, wie man sie sonst eher in einem Fernglas findet.

Der Preis dafür steht auf der Waage und in der Hand: 435 Gramm und ein Sehfeld von 90 Metern auf 1.000 Meter Entfernung. Wir haben uns angesehen, was diese Zahlen für die Praxis bedeuten.

Das Urteil
8/10Das Monokular mit Fernglas-Optik12-fach bei 50 mm

Bresser Wave 12x50

Ein Monokular für alle, die weit sehen wollen und nur eine Hand frei haben. 50 Millimeter Objektiv sammeln so viel Licht, dass auch in der Dämmerung noch etwas erkennbar bleibt, und zwölffach ist deutlich mehr als die üblichen acht. Dafür ist das Sehfeld eng, das Bild wackelt ohne Auflage sichtbar und 435 Gramm sind für ein Monokular viel.

Die Daten im Überblick

ModellBRESSER Wave 12×50 Monokular, Artikelnummer 1331251
Vergrößerung12-fach
Objektivdurchmesser50 mm
Sehfeld auf 1.000 m90 m
Gewicht435 g

Werte nach den Angaben von Bresser.

12 zu 50: warum diese Kombination ungewöhnlich ist

Teilt man den Objektivdurchmesser durch die Vergrößerung, ergibt sich die Austrittspupille. Hier sind das gut vier Millimeter. Zum Vergleich: Ein klassisches 8×42-Fernglas kommt auf etwa fünf, ein 10×25-Taschenfernglas auf 2,5. Vier Millimeter reichen für Tageslicht und die frühe Dämmerung locker aus.

Die zwölffache Vergrößerung ist der eigentliche Charakter des Geräts. Sie holt weit heran und macht gleichzeitig jede Handbewegung sichtbar. Wie sich Bauarten unterscheiden, steht im Überblick der Monokulare.

90 Meter Sehfeld sind eng, und das merkt man

Auf 1.000 Meter Entfernung sieht man einen Ausschnitt von 90 Metern Breite. Ein 8×42-Fernglas liegt eher bei 130. Praktisch heißt das: Ein bewegtes Ziel zu finden und ihm zu folgen, verlangt Übung. Für einen ruhenden Punkt, den man schon lokalisiert hat, ist das Sehfeld dagegen kein Thema.

Ab zwölffach braucht es eine Auflage

Die Faustregel bei Handferngläsern lautet: Bis zehnfach lässt sich freihändig ruhig halten, darüber wird es zittrig. Zwölffach vergrößert auch den eigenen Puls. Ein Baumstamm, ein Wanderstock oder ein Zaunpfahl als Auflage verwandelt das Bild sofort, und ein Stativgewinde ist bei dieser Vergrößerung kein Zubehör für Spezialisten.

Wo es an Grenzen kommt

Dafür

  • 50 mm Objektiv, gut für Dämmerung
  • Zwölffach vergrößert deutlich mehr als der Standard
  • Wasserdicht
  • Einhändig zu bedienen
  • Deutlich kompakter als ein 12×50-Fernglas

Dagegen

  • 435 g, für ein Monokular schwer
  • Sehfeld mit 90 m eng
  • Freihändig sichtbares Zittern
  • Einäugiges Sehen ermüdet auf Dauer
  • Kein räumlicher Bildeindruck

Das einäugige Sehen ist der Punkt, den man vor dem Kauf ehrlich abwägen sollte. Ein Monokular ist zum kurzen Hinsehen gedacht, nicht zum minutenlangen Beobachten. Wer stundenlang Vögel beobachtet, ermüdet damit schneller als mit einem Fernglas.

Unsere Empfehlung für den Rucksack
Bresser Wave 12x50Monokular mit zwölffacher Vergrößerung, 50 mm Objektiv und 435 Gramm.

Passt es zu deinem Einsatz?

Ja, wenn

  • nur eine Hand frei ist
  • weit entfernte Punkte erkannt werden sollen
  • auch in der Dämmerung geschaut wird
  • Platz im Rucksack knapp ist

Nein, wenn

  • lange am Stück beobachtet wird
  • bewegte Ziele verfolgt werden sollen
  • ein möglichst leichtes Gerät gesucht wird
  • räumliches Sehen wichtig ist

Wer regelmäßig und länger beobachtet, fährt mit einem 10×42-Fernglas besser. Zwei Augen ermüden langsamer, das Sehfeld ist größer, und das Bild steht ruhiger.

Drei Alternativen, die sich lohnen zu vergleichen

Wenn es leichter sein soll: Bresser 10×42 Monokular

Dieselbe Bauart eine Klasse darunter: zehnfach statt zwölffach, 42 statt 50 Millimeter. Es wiegt spürbar weniger, lässt sich freihändig ruhiger halten und kostet die Hälfte.

Die leichtere Klasse
Bresser 10x42 MonokularWasserdichtes Monokular mit Dachkant-Optik und Gummiarmierung.

Wenn Flexibilität zählt: Bresser Zoom 8-25×25

Das Zoom-Monokular deckt von achtfach bis 25-fach alles ab und hat eine Makrofunktion. Das kleine 25-Millimeter-Objektiv sammelt allerdings deutlich weniger Licht.

Mit stufenlosem Zoom
Bresser Zoom Monokular 8-25x25Monokular mit stufenlosem Zoom von 8- bis 25-facher Vergrößerung.

Wenn zwei Augen besser sind: Bresser Wave 10×42 Fernglas

Das Fernglas aus derselben Reihe bietet ein größeres Sehfeld, räumliches Sehen und ist für längeres Beobachten die angenehmere Wahl. Dafür braucht es beide Hände und mehr Platz.

Die Fernglas-Variante
Bresser Fernglas 10x42 WaveWasserdichtes Fernglas mit BaK-4-Glas und Brillenträgerokularen.

Häufige Fragen zum Bresser Wave 12×50

Kann ich damit freihändig scharf sehen?

Mit Übung ja, ruhig wird das Bild dabei aber nicht. Bei zwölffacher Vergrößerung überträgt sich jede Handbewegung und sogar der Herzschlag sichtbar aufs Bild. Ellenbogen anlegen, ausatmen und eine Auflage suchen, das sind die drei Handgriffe, die den größten Unterschied machen.

Taugt es für die Dämmerung?

Für die frühe Dämmerung ja. 50 Millimeter Objektiv bei zwölffacher Vergrößerung ergeben gut vier Millimeter Austrittspupille, und die reicht, solange die eigene Pupille nicht weiter geöffnet ist. In tiefer Dunkelheit ist die Grenze erreicht, dafür bräuchte es ein größeres Objektiv bei geringerer Vergrößerung.

Ist es wirklich wasserdicht?

Bresser gibt das Gerät als wasserdicht an. Das bedeutet bei Optik in dieser Klasse: Regen und Spritzwasser sind kein Problem, und beim Wechsel zwischen warm und kalt beschlägt es innen nicht. Tauchen sollte man es deshalb trotzdem nicht.

Brauche ich ein Stativ?

Nicht zwingend, aber es lohnt sich. Bei längerem Beobachten aus einer festen Position holt ein kleines Tischstativ oder eine Klemme sichtbar mehr Detail aus derselben Optik heraus, weil das Bild dann wirklich still steht.

Monokular oder Fernglas?

Das Monokular gewinnt bei Gewicht, Packmaß und wenn eine Hand frei bleiben muss. Das Fernglas gewinnt bei Sehfeld, Ermüdungsfreiheit und räumlichem Eindruck. Wer nur gelegentlich kurz hinsieht, nimmt das Monokular, wer regelmäßig beobachtet, das Fernglas.

Die Optik für Leute, die nur kurz hinsehen wollen

Fazit
8/10Das Monokular mit Fernglas-Optik

Bresser Wave 12x50

Das Wave 12x50 ist ein Monokular, das sich an den Werten eines Fernglases orientiert: 50 Millimeter Objektiv und zwölffache Vergrößerung sind für diese Bauart ungewöhnlich viel. Man bezahlt das mit 435 Gramm, einem engen Sehfeld und einem Bild, das ohne Auflage sichtbar zittert. Wer weit sehen will, ohne ein Fernglas mitzuschleppen, bekommt hier viel Optik in einer Hand.
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