Vaude Drop Jacket III im Test: 185 Gramm mit 10.000 mm Wassersäule
Die Vaude Drop Jacket III ist eine Regenjacke mit 185 Gramm. Das ist ungefähr das Gewicht eines Kaffeebechers, und trotzdem stehen 10.000 Millimeter Wassersäule im Datenblatt.
Möglich macht das eine 2,5-Lagen-Konstruktion mit der hauseigenen Ceplex-Active-Membran. Wir haben uns angesehen, was diese Bauart kann und wo sie an ihre Grenzen stößt.
Die Daten im Überblick
| Modell | Vaude Drop Jacket III Herren, Artikelnummer 04979 |
|---|---|
| Gewicht | 185 g |
| Konstruktion | 2,5-Lagen |
| Membran | Ceplex Active |
| Wassersäule | 10.000 mm |
Werte nach den Angaben von Vaude.
Was 2,5 Lagen bedeuten und warum das der Kern ist
Eine dreilagige Jacke hat Oberstoff, Membran und ein eingelaugtes Futter. Bei 2,5 Lagen ersetzt ein aufgedrucktes Raster das Futter. Das spart Gewicht und Packmaß, kostet aber Tragekomfort auf der Haut und Haltbarkeit von innen.
Genau das ist der Kompromiss, den man kennen sollte. Die Jacke, die man immer dabeihat, weil sie nichts wiegt, schlägt jede schwere Jacke, die im Schrank hängt. Wo das Sinn ergibt und wo nicht, steht im Überblick der ultraleichten Regenjacken.
10.000 Millimeter sind mehr als sie klingen
Wasserdicht beginnt nach europäischer Norm bei 1.300 Millimetern Wassersäule. 10.000 sind also das Achtfache und decken Dauerregen ab. Die Grenze verläuft woanders: dort, wo ein Rucksackgurt oder ein Hosenboden auf nassem Stoff Druck ausübt, kann Wasser durchgedrückt werden. Deshalb steht auf Regenhosen für Radfahrer oft 20.000.
Die Imprägnierung ist der Verschleißteil
Der Oberstoff ist von außen imprägniert, damit Wasser abperlt statt sich vollzusaugen. Diese Ausrüstung ist der erste Teil, der nachlässt, und man erkennt es daran, dass der Stoff dunkel wird und die Jacke sich innen klamm anfühlt. Das ist meist kein Membranschaden, sondern ein Fall für Waschen und Nachimprägnieren.
Wo sie an Grenzen kommt
Dafür
- 185 g, verschwindet im Rucksack
- 10.000 mm Wassersäule, auch bei Dauerregen dicht
- Winddicht, taugt auch als Windjacke
- Sehr kleines Packmaß
- Preislich weit unter Marken-Hardshells
Dagegen
- 2,5 Lagen sind auf der Haut weniger angenehm
- Innenbeschichtung nutzt sich mit den Jahren ab
- Wenig Isolation, nur als Überzieher gedacht
- Unter schweren Rucksackgurten anfällig
- Dünner Stoff, empfindlich gegen Dornen und Fels
Die Innenbeschichtung ist der Punkt, an dem 2,5-Lagen-Jacken altern. Nach einigen Jahren löst sich das Raster stellenweise, meist zuerst unter den Armen und am Rücken. Regelmäßiges Waschen mit Spezialwaschmittel statt Vollwaschmittel verlängert das erheblich.
Passt sie zu deiner Tour?
Ja, wenn
- die Jacke meistens im Rucksack liegt
- Gewicht und Packmaß zählen
- sie für Wanderung, Rad und Reise gedacht ist
- der Preis eine Rolle spielt
Nein, wenn
- sie täglich stundenlang getragen wird
- ein schwerer Trekkingrucksack darauf drückt
- im Winter gearbeitet oder gestanden wird
- es durch dorniges Gelände geht
Wer täglich draußen arbeitet oder mit 20 Kilo auf dem Rücken unterwegs ist, sollte in eine dreilagige Jacke investieren. Die wiegt dreimal so viel und kostet ein Vielfaches, hält aber auch entsprechend länger.
Drei Alternativen, die sich lohnen zu vergleichen
Wenn es auffälliger sein soll: Drop Jacket III in Neongelb
Dieselbe Jacke in Signalfarbe. Wer viel mit dem Rad unterwegs ist, wird darin bei Regen und Dämmerung deutlich früher gesehen.
Wenn es etwas mehr Jacke sein darf: Vaude Escape Light
Die Escape Light ist der etwas robustere Klassiker im Vaude-Programm und in mehr Größen zu haben. Sie wiegt mehr, sitzt dafür weniger nach Notfalljacke.
Wenn eine andere Marke passt: Marmot PreCip Eco
Die PreCip Eco ist die amerikanische Antwort auf dieselbe Aufgabe und seit Jahren ein Dauerbrenner. Schnitt und Belüftung unterscheiden sich spürbar, das Prinzip ist dasselbe.

