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Robens Boulder 3 im Test: 5.000 mm Boden für unter 300 Euro

Das Robens Boulder 3 ist ein Kuppelzelt für drei Personen mit zwei Apsiden und einem Innenzelt, das für sich allein steht. Es wiegt 2,9 Kilogramm und packt auf 50 mal 15 Zentimeter zusammen.

Robens gehört zur dänischen Oase Outdoors und liegt preislich zwischen Baumarktzelt und Trekking-Oberklasse. Wir haben uns angesehen, was das Datenblatt hergibt und für welche Art von Tour die Bauart gedacht ist.

Das Urteil
8/10Der solide Mittelweg5.000 mm im Boden

Robens Boulder 3

Ein Kuppelzelt für alle, die zu dritt unterwegs sind und weder ein Discounter-Zelt noch ein Zelt für 500 Euro wollen. 3.000 Millimeter Wassersäule im Außenzelt, 5.000 im Boden, Aluminiumgestänge und zwei Apsiden. Mit 2,9 Kilogramm ist es kein Ultraleicht-Zelt, für Wochenendtouren und Radreise aber genau richtig einsortiert.

Die Daten im Überblick

ModellRobens Boulder 3, Artikelnummer 130344
BauartKuppelzelt (Dome)
Personen3
Gewicht2,9 kg
Mindestgewicht2,6 kg
Packmaß50 x 15 cm
AußenzeltHydroTex Core, 75D Polyester 190T, schwer entflammbar
Wassersäule Außenzelt3.000 mm
Boden68D Polyester Taffeta 190T, PU-beschichtet, 5.000 mm
Nähteverschweißt
GestängeAluminium 7001 T6, 8,5 / 9,5 mm, eloxiert
AufbauInnenzelt zuerst
Windtestmax. 110 km/h
EAN5709388128089

Werte nach den Angaben von Robens.

Innenzelt zuerst: die Bauart mit einem Haken

Beim Boulder 3 wird das freistehende Innenzelt aufgestellt und das Außenzelt darübergezogen. Das ist stabil und schnell, hat aber einen Nachteil, den man im Regen sofort merkt: Zwischen erstem und zweitem Schritt wird das Innenzelt nass.

Zelte, die das andersherum machen oder beides verbunden aufstellen, sind bei Dauerregen im Vorteil. Dafür lässt sich das Innenzelt hier auch allein nutzen, als reines Moskitonetz in warmen Nächten. Wie sich die Bauarten insgesamt unterscheiden, steht im Überblick der Igluzelte.

3.000 und 5.000 Millimeter sind ehrlich eingeordnet

Die Wassersäule des Außenzelts liegt mit 3.000 Millimetern über dem, was viele Trekkingzelte bieten, weil Polyester dicker beschichtet wird als hauchdünnes Silikon-Nylon. Der Boden mit 5.000 Millimetern ist die Zahl, auf die es ankommt, denn dort drückt Körpergewicht auf nasse Wiese. Genau dort versagen billige Zelte zuerst.

Aluminium 7001 statt Fiberglas

Das Gestänge ist der Punkt, an dem Zelte unter 100 Euro sparen. Fiberglasstangen splittern bei Kälte und lassen sich unterwegs kaum reparieren. Eloxiertes Aluminium 7001 T6 ist das Material, mit dem auch teure Zelte arbeiten, und es lässt sich mit einer Reparaturhülse im Feld flicken.

Wo es an Grenzen kommt

Dafür

  • 5.000 mm Wassersäule im Boden
  • Aluminiumgestänge statt Fiberglas
  • Zwei Apsiden, jeder kommt ohne Kletterei heraus
  • Freistehendes Innenzelt, auch allein nutzbar
  • Belüftung an beiden Enden, abgedeckt
  • Flicken für das Außenzelt liegt bei

Dagegen

  • 2,9 kg sind fürs Trekking viel
  • Innenzelt zuerst, bei Regen ungünstig
  • Polyester packt sperriger als Nylon
  • Keine Stehhöhe, nur Sitzhöhe
  • Für drei Erwachsene plus Gepäck eng

Das Gewicht ist der Punkt, an dem man ehrlich rechnen sollte. 2,9 Kilogramm auf drei Rucksäcke verteilt sind nicht viel, allein getragen dagegen schon. Wer öfter zu zweit geht, ist mit einem kleineren Zelt besser bedient.

Unsere Empfehlung für Touren zu dritt
Robens Boulder 3Kuppelzelt für drei Personen, 3.000 mm Wassersäule, Aluminiumgestänge und zwei Apsiden.

Passt es zu deiner Tour?

Ja, wenn

  • zu dritt gezeltet und das Gewicht geteilt wird
  • Radreise oder Wochenendtour ansteht
  • ein robuster Boden wichtiger ist als 500 Gramm
  • der Preis eine Rolle spielt

Nein, wenn

  • jedes Gramm zählt und allein getragen wird
  • bei Dauerregen aufgebaut wird
  • Stehhöhe gewünscht ist
  • im Winter gezeltet wird

Für Wintertouren braucht es ein Vierjahreszeitenzelt mit steileren Wänden und mehr Gestängebögen. Das Boulder 3 ist auf drei Jahreszeiten ausgelegt, und dort deckt es fast alles ab, was in Mitteleuropa vorkommt.

Drei Alternativen, die sich lohnen zu vergleichen

Wenn es leichter sein muss: MSR Hubba Hubba LT 3

Das Hubba Hubba LT 3 wiegt mit 1,98 Kilogramm fast ein Kilo weniger und hat einen rechteckigen Grundriss. Es kostet allerdings ein Vielfaches, und das dünne 20D-Material verlangt mehr Sorgfalt.

Die leichte Oberklasse
MSR Hubba Hubba LT 3Freistehendes Trekkingzelt für drei Personen mit 1,98 kg Mindestgewicht.

Wenn es günstiger sein darf: Coleman Kobuk 3 Plus

Das Kobuk 3 Plus liegt preislich deutlich darunter und kommt mit 4.500 Millimetern Wassersäule. Für gelegentliches Campen auf dem Platz reicht das aus, unterwegs merkt man das höhere Gewicht.

Die günstige Alternative
Coleman Kobuk 3 Plus ZeltIgluzelt für drei Personen mit 4.500 mm Wassersäule.

Wenn Radreise das Hauptthema ist: Vaude Arco XT 3P

Das Arco XT ist auf Radreise und Basislager ausgelegt und bietet mehr Stauraum in den Apsiden. Es wiegt mehr, dafür passen Packtaschen und Ausrüstung geschützt unter das Außenzelt.

Für Radreise
VAUDE Arco XT 3PKuppelzelt für drei Personen mit großzügigen Apsiden.

Häufige Fragen zum Robens Boulder 3

Passen drei Erwachsene wirklich hinein?

Zum Schlafen ja, mit Gepäck wird es eng. Drei Isomatten liegen nebeneinander, die Rucksäcke gehören dann in die beiden Apsiden. Zu zweit hat man dagegen viel Platz und kann das Gepäck mit hineinnehmen.

Was bedeutet Innenzelt zuerst beim Aufbau?

Zuerst wird das freistehende Innenzelt mit dem Gestänge aufgestellt, danach kommt das Außenzelt darüber. Vorteil: Das Innenzelt lässt sich in warmen Nächten allein als Moskitonetz nutzen. Nachteil: Bei Regen wird es beim Aufbau nass.

Hält es 110 Kilometer pro Stunde Wind aus?

Das ist der Wert aus dem Windkanaltest von Robens, gemessen an einem korrekt abgespannten Zelt. In der Praxis entscheidet die Ausrichtung: Der Wind muss auf die schmale Seite treffen, und alle Abspannleinen müssen heraus. Ohne Abspannung ist die Zahl bedeutungslos.

Muss ich die Nähte nachbehandeln?

Nein, die Nähte sind ab Werk verschweißt. Wenn nach einigen Jahren doch Wasser durchkommt, liegt das meist an der nachlassenden Imprägnierung des Außenzelts, nicht an den Nähten. Ein Imprägnierspray für Polyester hilft dann weiter.

Wie lagere ich das Zelt richtig?

Immer vollständig trocken und locker, nicht fest im Packsack. Ein feucht eingepacktes Zelt schimmelt innerhalb weniger Tage, und die PU-Beschichtung des Bodens löst sich mit der Zeit auf. Nach der Tour zu Hause aufhängen, bis alles durchgetrocknet ist.

Das Zelt für die Mitte zwischen Baumarkt und Oberklasse

Fazit
8/10Der solide Mittelweg

Robens Boulder 3

Das Boulder 3 macht die Dinge richtig, an denen billige Zelte sparen: Aluminiumgestänge, 5.000 Millimeter im Boden, verschweißte Nähte und zwei Apsiden. Dass es dabei 2,9 Kilogramm wiegt und das Innenzelt zuerst aufgestellt wird, sind die beiden Kompromisse. Für Radreise, Wochenendtour und geteiltes Tragen ist das eine sehr vernünftige Wahl.
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